Samstag, 3. Januar 2009

Ashgabat // Dec 25th - 31st 2008

Eine Woche Turkmenistan bringt so einiges mit sich – Kälte, Magenverstimmungen, Langeweile (die in sinnloser Trunkenheit resultiert) und auch viel Zeit um zu fotografieren. Denn schließlich musste die Zeit irgendwie gefüllt werden, und das ging nicht nur mit Wodka (extrem günstig), Raclette (vom Purser und Kapitän mitgebracht) und gesponsertem Weihnachtsessen im Hotelrestaurant.





Und das war nur das Trinkgeld.


Wir haben wie gesagt unser Bestes getan um die Zeit sinnvoll zu nutzen und den einen oder anderen Stadtspaziergang (und sogar eine –führung!) gemacht, haben den Turm mit der goldenen Statue des ehemaligen Präsidenten Turkmenbashi (die sich selbstverständlich um sich selbst dreht um der Sonne den Weg zu weisen) bestiegen und sind auf mehrere landestypische Märkte gegangen und gefahren. Darunter war der „Russische Markt“, eine große Halle voller Verkaufsstände mit Lebensmitteln, Gewürzen, Wodka und Co, außerdem der riesige Tolkuchka Markt der dreimal die Woche abgehalten wird und auf dem die Bewohner Turkmenistans alles kaufen, was sie so brauchen (von Lebensmitteln über Teppiche, Möbel, Kleidung und Bücher bis hin zu Autoreifen und Keilriemen) und der benachbarte Kamelmarkt auf dem es außer einer Menge Kamele auch Hunde, Hühner, Kaninchen, Ziegen und Schafe zu kaufen gibt. Hier waren vor allem die Transportmöglichkeiten für die „Ware“ bemerkenswert: Da Kamele nicht bergauf gehen (können?) werden sie mit Kranen von Laster zu Laster gehievt, Ziegen werden mit zusammengebundenen Beinen unsanft auf Leiterwagen verfrachtet und Kaninchen warten schon mal im Kofferraum auf ihre neuen Besitzer.


Russischer Markt - der "Supermarkt um die Ecke":





















Der Wodka-Laden.

Sogar Weisheit und Talent kann man hier käuflich erwerben.
Und natürlich Kaviar in Massen.




Der Tolkuchka-Markt - Großmarkt für Alles und Nichts:































Und schließlich der Kamelmarkt:



All you need is love...










Die Innenstadt Ashgabats selbst ist zwar voller Prachtbauten, Marmorwände und geleckter Straßen, doch leider dienen fast alle dieser prunkvollen Gebäude als „Sitze von Parlament, Ministerium und Co“ – stehen also so gut wie leer. Die Bewohner Ashgabats hat es in die engen Mietwohnungen um den Stadtkern herum verschlagen, wo jeder Balkon von mindestens einer riesigen Satellitenschüssel geziert wird. Dementsprechend trostlos und grau, fast schon wie eine Geisterstadt wirkte die Innenstadt leider meist wenn wir sie durchstreiften.









Im Hintergrund lässt sich die Ertogul-Gazi-Moschee mit den vier Türmen erkennen, ein Geschenk der Türken an die Turkmenen, der Blauen Moschee in Istanbul nachempfunden.







Die fleißigen Helferinnen sorgen dafür, dass die Straßen immer so schön sauber sind.

Und selbst der Abfall sieht irgendwie ordentlich aus.


Den Charme der Natur die die Stadt umgibt konnte ich leider nur durch Fotos von Kollegen erahnen, die eine Wanderung auf den Hausberg und durch eine Art Canyon unternommen haben. Mir selbst blieben nämlich nach einigen Tagen weitere Ausflüge verwehrt, da mich eine Magenverstimmung (ob durchs Wasser, das fettige Essen oder was auch immer) an mein Badezimmer fesselte. Pünktlich zum Heimflug war ich Gott sei Dank wieder relativ fit, aber dass ich an dem geplanten Ausflug zu einem unterirdischen, warmen Schwefelsee nicht teilnehmen konnte finde ich im Nachhinein doch sehr schade.

Letzten Endes bleibt mir zu sagen: Auch Turkmenistan kann interessant sein, allerdings hätten es aufgrund der mangelhaften Unterkunft und der Jahreszeit gut und gerne zwei bis drei Tage weniger sein dürfen. Doch eine gute Crew und eine ordentliche Portion Sarkasmus können alles aufwerten.


PS: Silvester konnte ich übrigens trotz allem zu Hause feiern - ich wünsche allen ein frohes neues Jahr!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

also das eine foto von dem markt,sieht seltsam bis ekelig aus-ich weiss nicht,was es ist...aber vielleicht will ich das auch gar net genauer wissen;)

du darfst dich ruhig mal melden,wenn du zeit hast!!

anne

Peca hat gesagt…

Ich glaube du meinst die Pilze, die einfach in große Quadrate gepresst wurden... Sah echt sehr merkwürdig aus ;)